Austragungsort und Ablauf
Die Bremer Jugend-Einzelmeisterschaft (BJEM) wurde vom 23. bis 25. März in der Europaschule Schulzentrum S II Utbremen ausgetragen. In den Altersklassen U18, U16, U14, U12, U10 und U8 wurden die Bremer Meister ermittelt und die Qualifikanten für die Deutschen Meisterschaften in Willingen bestimmt.
Turniermodus und Teilnehmerzahlen
Bis auf die U10 wurden jeweils fünf Runden Schweizer System gespielt. Für sieben Runden wären gemäß Ausschreibung mehr als zwölf Teilnehmende erforderlich gewesen, was nur in der U10 erreicht wurde. Die Altersklassen U10 und U8 waren bereits am zweiten Tag fertig, da bei einer Bedenkzeit von 60 Minuten ohne Inkrement am ersten Tag vier beziehungsweise drei Runden am zweiten Tag gespielt wurden. Insgesamt nahmen 60 Spieler:innen teil. Zusätzlich gab es 18 Teilnehmer im sogenannten Rookies NQT (Nicht-Quali-Turnier). Nach dem Rekord von 105 Teilnehmenden im Vorjahr ist die Zahl leider wieder auf ein normales Bremer Niveau zurückgegangen.
Ergebnisse der Spieler:innen vom SKBN
Die teilnehmenden Jugendlichen vom SKBN konnten folgende Platzierungen erzielen:
- Tristen Johnson (U16): 7. Platz mit 2,5/5 Punkten
- Rasmus Döscher (U14): 4. Platz mit 3/5 Punkten
- Nayla Döscher (U14): 6. Platz mit 2/5 Punkten, qualifiziert für DEM U14w
- John Rator (U12): 9. Platz mit 2/5 Punkten
- Bohdan Shkolovyi (U12): krankheitsbedingt nur 0/2 Punkte
- Artjom Bassow (U10): 9. Platz mit 3/7 Punkten
- Tajus Döscher (U10): 13. Platz mit 3/7 Punkten
- Joost Vormschlag (Rookies): 2. Platz mit 5/7 Punkten
Turnierverlauf
Rasmus verpasste den Turniersieg aufgrund einer unnötigen Niederlage in der letzten Runde gegen Henry Engelhaupt. Am Vortag überzeugte er mit einem starken Schwarz-Remis gegen Joshua Grabowski und einem technisch gelungenen Sieg mit Weiß gegen Tim Zimmer, den Setzlistenersten. Dadurch übernahm er nach Wertung die Tabellenführung und brachte das favorisierte Werdertrio vor der letzten Runde zum Zittern, blieb jedoch letztlich knapp hinter ihnen.
Die Spieler:innen von Werder Bremen dominierten das Turnier in nahezu allen Altersklassen deutlich. Lediglich in der U10 konnte der Delmenhorster SK mit Kaan Uz einen Bremer Meister stellen. Kaan Uz unterlag zwar unserem ehemaligen SKBN Talent Edwin Wachtel (Werder), dieser wiederum verlor aber gegen die starken Findorffer Tammo Mettenbrink und Mattis Leppin und musste sich mit Platz vier begnügen. Edwin könnte eventuell über die Freiplatzrunden noch eine Chance auf die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft erhalten.
Kritische Anmerkungen zum Turnier
Aus meiner Sicht ist der Reiz der Bremer Jugendmeisterschaften zunehmend verloren gegangen. Es ist bedauerlich, dass die BSJ dem Turnier keinen größeren Glanz verleihen kann. Die meist nur fünf gespielten Runden erinnern eher an ein Quickstep-Turnier, was auch Zufallssieger durch Losglück, Tagesform und kampflose Punkte ermöglicht. Dennoch wurden meines Erachtens glücklicherweise in allen Altersklassen würdige Sieger und Qualifikanten für die Deutschen Meisterschaften gefunden. Herzlich Glückwunsch allen Siegern!
Besonders die U10 war für Bremer Verhältnisse mit mindestens fünf sehr starken Spieler:innen gut besetzt. Ein anderer Zeitmodus mit Inkrement wäre hier wünschenswert gewesen; das Turnier sollte nicht in zwei Tagen beendet werden. Im Vergleich dazu spielt die NSJ die U10 und U12 als neunrundiges Turnier über eine Woche mit einer Bedenkzeit von 75 Minuten plus 15 Minuten und 30 Sekunden pro Zug. Auch wenn die BSJ sich nicht mit der NSJ messen kann, wäre es schön, die BJEM mit allen Klassen zeitgleich mit einer ansprechenden Siegerehrung enden zu lassen.
Organisation und Rahmenbedingungen
Das Fehlen eines Essens- und Getränkeangebots für Kinder und Eltern ist unverständlich. Auch wenn zunächst ein Kioskangebot der Schule erwartet wurde, hätte zumindest Wasser von der BSJ bereitgestellt werden können. Am zweiten Tag gab es dann einen Karton mit Bananen, der am Folgetag wieder verschwand. Zudem ist es auf BSJ-Turnieren offenbar normal, dass der Drucker zu Beginn nicht funktioniert und Ergebnisse sowie Auslosungen erst gegen Mitternacht online gehen. Die Attraktivität leidet auch unter der Dominanz der Werder-Spieler:innen, welche häufig die ersten 3 Plätze unter sich ausspielten. Bezeichnend dafür ist, dass das Rookie-Turnier die größte Resonanz fand.
