Die Norddeutsche Blitzschach-Mannschaftsmeisterschaft gilt als beliebtes Treffen von Spitzenspielern der für die NBMM qualifizierten Vereine aus den Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein,Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin. In diesem Jahr wurde das Turnier am 28. März in Berlin ausgetragen. Allein 9 der 30 teilnehmenden Vereine kamen aus der Schachhauptstadt. Von den 137 gemeldeten Spielern waren 61 Titelträger vertreten, vom Großmeister (GM) bis zum Candidate Master (CM). Das Turnier wurde vom Berliner Verein SV Mattnetz im Ellen Key Gymnasium im Stadtteil Friedrichshain ausgerichtet. Obwohl das Gebäude von außen nicht sehr einladend wirkt, bot die Aula einen hervorragenden Spielsaal mit exzellenten Bedingungen. Der SV Mattnetz erwies sich als professioneller und gut organisierter Gastgeber.

Blick in den Turniersaal
Das SKBN Team
Die SKBN Mannschaft war nach Elo-Durchschnitt auf Position 26 gesetzt und trat mit folgender Aufstellung an: CM Arne Döscher, Robert Kosak, Jan-Okke Rockmann, Thorsten und Rasmus Döscher. Arne, Thorsten und Rasmus hatten als Teilnehmer der Offenen Bremer Blitz–Einzelmeisterschaft in der Mannschaftswertung die Qualifikation für den SKBN erspielt. Arne hatte sich frisch von der FIDE den Titel CM bescheinigen lassen, so dass wir zumindest nicht titellos ins Rennen ging, auch wenn Arne‘s Titel in den Startlisten noch nicht aufgeführt war. Robert und Jan-Okke als amtierender SKBN Weihnachtsblitz-Sieger verstärkten das Team. Bei 29 Runden ist neben der Spielstärke auch Ausdauer gefragt, weshalb die meisten Teams mit Ersatzspieler antraten. Wir reisten bereits am Freitag mit dem Auto nach Berlin, um am Folgetag ausgeruht um 11 Uhr den Marathon – Wettkampf starten zu können und am selbigen Tag gegen Mitternacht wieder zu Hause zu sein.
Nach dem Hotel-Check-In stellte sich die Frage, wie der Freitagabend in Berlin verbracht werden sollte. Friedrichshain liegt im Osten Berlins an der Spree. Auf der anderen Seite des Flusses liegt Kreuzberg, wo es uns nach einem guten und reichhaltigen Essen im syrischen Restaurant zum Vereinsabend des SC Kreuzberg zog. Der Traditionsverein spielt im Haus des Sports und verfügt dort über einen eigenen großen Raum voller Trophäen und Schachbibliotheken. Die herzliche, für Berliner typische Gastfreundschaft war sehr einladend. Zudem konnten wir noch beim stark besetzten Monats-Schnellschachturnier des Clubs mit 24 Teilnehmern (7 Runden CH, 10 Minuten + 5 Sekunden) kiebitzen. Der Fußmarsch nach Kreuzberg hatte sich gelohnt und erwies sich als gelungene Einstimmung auf das Turnier.

von links nach rechts: Das SKBN Team / Teil der Schachbibliothek des SC Kreuzberg / 1. Runde
Turnierverlauf und Ergebnisse
Bemerkenswert war, dass Arne an Brett 1 nur sechs seiner 23 Partien gegen Nicht-Titelträger spielte, und auch Robert musste an Brett 2 noch die Hälfte seiner Partien gegen Titelträger antreten. Die ersten elf Runden gab es gegen starke Gegner nur Niederlagen. Lediglich unseren Youngstern gelang der eine oder andere Achtungserfolg. Nach seiner Niederlage gegen Rasmus fragte CM Max Weidenhöfer von Werder (Dritter der letztjährigen Deutschen U18 Meisterschaft): „Haben wir gewonnen?“. Die drei übrigen IMs vom Werderteam konnten zu seiner Beruhigung diese Frage bejahen. Endlich gabe es in Runde 11 den ersten Mannschaftserfolg gegen Flensburg und ab da lief es besser, so dass wir im Endklassement mit 7 Mannschaftssiegen und 2 Unentschieden den 23. Platz belegten und uns damit sehr zufrieden um drei Plätze gegenüber der Startrangliste verbesserten. Sämtliche Ergebnisse können eingesehen werden (siehe unten).
Organisation und Fazit
Ein besonderer Dank gilt dem Ausrichter, der unsere teilweise nicht notierte und damit falsche Aufstellungen umgehend am nächsten Sonntagmorgen korrigierte. Auch wurden sämtliche Ergebnisse noch spät in der Nacht auf chess-results bereitgestellt. Die digitale Technik war redundant ausgelegt und das gesamte Turnier verlief reibungslos wie auch der Kiosk alle Wünsche erfüllte. Die NBMM hat wieder allen SKBN-Akteuren viel Freude bereitet und Berlin war definitiv die Reise wert.
